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Die Anatomie ist die Lehre vom Körper des Menschen, wobei es vor allem um die Form, Lage und Struktur der verschiedenen Zellen, der Gewebe, der Organe und einzelner Körperteile geht. Wenn man unseren Körper insgesamt betrachtet, stellt man fest, dass die Natur hier ein wahres Wunderwerk vollbracht hat. – Viele einzelne Bestandteile wie Organe und verschiedene Systeme fügen sich mit ihren speziellen Funktionen zu einem harmonischen Ganzen zusammen und machen menschlichen Körper zu einer faszinierenden „Maschine“, die für die unterschiedlichen Aufgaben bestens gerüstet ist.
Die Funktionsweise und der Aufbau des Menschen hat schon immer das Interesse der verschiedenen Kulturen dieser Erde auf sich gezogen. – So ist es nicht verwunderlich, dass die Babylonier und Sumerer bereits um etwa 3.500 vor Christus über erstes Basiswissen in menschlicher Anatomie verfügten, wie aus alten mesopotamischen Keilschriften hervorgeht. Vor allem die Ägypter, die sich wegen der Mumifizierung sehr stark mit der Behandlung von Leichen auseinandersetzten, erlangten umfassende Kenntnisse über den Köper. In vielen Ländern und Kulturen der Antike galten die Körper von toten Menschen jedoch als unantastbar, weshalb hier die Fortschritte in der Gewinnung von Erkenntnissen in der Anatomie gehemmt waren.
Die Griechen nutzen in der Antike Tiere und Totgeborene, um systematisch an Wissen über den Aufbau und die Funktion von Körpern zu gelangen. Bekannt für derartige Untersuchungen waren vor allem Aristoteles, Empedokles und Hippokrates, deren Motivationen überwiegend in der Naturwissenschaft und weniger in der Medizin begründet waren.
Das die Anatomie letztendlich zu einem Wissensbereich der Medizin wurde, kann hauptsächlich dem griechischen Arzt Galenos von Pergamon (129-201) zugeschrieben werden. Dieser arbeitete als Leibarzt für Kaiser Commodus in Rom. Galenos von Pergamon stellte eine umfangreiche Krankheitslehre aus, die er schriftlich als „Methodus methendi“ fixierte. In seinem Buch „De anatomicis administationibus“ widmete er sich anschließend der Niederschrift seiner anatomischen Erkenntnisse. Galenos gewann seine Anatomie-Kenntnisse jedoch hauptsächlich aus der Tier-Sektion, weshalb sein Buch hinsichtlich der Anatomie des Menschen etliche Fehler aufwies. - Nichtsdestotrotz war es über viele Jahrhunderte bis in die Renaissance als maßgebend.
Die moderne Anatomie wird auf Andreas Vesalius (kurz: Vesal) zurückgeführt, der von 1514 bis 1564 lebte und im Jahr 1543 das siebenbändige Lehrwerk „De humani corporis fabrica“ veröffentlichte. |
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