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Physiologie - die Organsysteme des Körpers
Der Körper, der in seiner Gesamtheit auch als Organismus bezeichnet wird, setzt sich aus unterschiedlichen Organsystemen zusammen, die wiederum aus verschiedenen Organen bestehen. Die einzelnen Organe arbeiten funktionell zusammen und ergänzen sich gegenseitig. Jedes Körpersystem erfüllt bestimmte Aufgaben in enger Kooperation mit den anderen Systemen, um so für ein gesundes Gleichgewicht des Körpers zu sorgen. Bei Frau und Mann sind alle Systeme des Körpers bis auf das Fortpflanzungssystem identisch.

Die Lehre vom Körper bzw. den Lebensvorgängen wird mit dem Begriff Physiologie umschrieben. Das Wort Physiologie ist aus den griechischen Worten für Natur/Naturordnung und Lehre zusammengesetzt. Das Lebendige zeichnet sich im Gegensatz zum Unbelebten durch den Stoffwechsel in den Zellen aus, womit Wachstum und Fortpflanzung ermöglicht wird. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Erhalt des Stoffwechselkreislaufs des Lebendigen erst im Zusammenspiel mit den unbelebten Bestandteilen der Biosphäre (Summe der von Lebewesen bevölkerten Bereiche der Erde) möglich ist. Die Sonne ist der Antrieb dieser komplexen Abläufe, da sie die notwendige Energie für die Erhaltung des Lebens bereitstellt.

Die wichtigsten Organsysteme des menschlichen Körpers sind Skelettsystem mit Gelenken, Bändern und Knorpel, die Muskulatur mit Herzmuskel und Skelettmuskulatur, das Atemsystem mit unteren und oberen Luftwegen, das Herz- und Kreislaufsystem mit Blutgefäßen und Herz, das Lymphgefäßsystem (auch: Lymphatisches System) mit Thymus, Lymphknoten und Milz, das Verdauungssystem vom Mund bis zum Dickdarm, das Endokrine System (auch: Hormonsystem) mit Keimdrüsen und Schilddrüse, das Nervensystem mit Nerven, Gehirn und Sinnesorganen, das Ausscheidungssystem mit Nieren und Harnwegen und das Fortpflanzungssystem mit den Geschlechtsorganen.

Neben den genannten Organsystemen gibt es noch viele weitere wichtige Organe. Allen diesen Organen und Organsystem gemeinsam ist die Zelle als wichtigstes Basiselement. – Die Zelle stellt die kleinste Einheit des Körpers dar. Sie ist in der Lage sich zu bewegen, zu wachsen und sich zu vermehren. Darüberhinaus verfügt sie über einen Stoffwechsel und kann Reize aufnehmen und weitergeben. Dementsprechend erfüllt sie alle Voraussetzungen für ein Lebewesen.

Zellphysiologie Fundamentale Körperfunktionen
Während sich die Physiologie mit Prozessen physikalischer und chemischer Art im Körper befasst, widmet sich die Zellphysiologie den Abläufen innerhalb einer Zelle.

In den Zellen findet die überwiegende Anzahl der Prozesse auf chemischer Basis statt. –Diese Prozesse in der Zelle haben die Wärme- bzw. Energiegewinnung oder den Aufbau neuer Substanzen als Ziel. Bei anderen Zellprozessen geht es um die Verteilung von irgendetwas innerhalb der Zelle. – Dabei kann es sich beispielsweise um die Verteilung von Chromosomen im Rahmen der Zellteilung handeln.

Ursprünglich beschränkte sich der Ausdruck Physiologie allein auf den medizinischen Bereich. – Mit der Entwicklung der Biologie erfolgte jedoch eine Ausweitung auf alle Lebewesen aus. Im 19. Jahrhundert erlangte die Physiologie dann den Status einer eigenen Disziplin. In der heutigen Zeit kommt es teilweise wieder zu einer Vereinigung mit anderen Forschungsgebieten wie der Molekularbiologie oder der Anatomie.

Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts hatten der Wissenschaftler Hermann Boerhaave und sein Schüler Albrecht von Haller erkannt, dass die Vorgänge innerhalb des Körpers durch das Zusammenspiel von physikalischen und chemischen Prozessen gesteuert werden. Bereits 100 Jahre zuvor war das Vorhandensein von Drüsen und deren Funktion bekannt. Bis festgestellt werden konnte, wie die Abläufe auf Grundlage der chemischen Basiselemente genau stattfinden, war allerdings die fortgeschrittene Technik zur Analyse des 20. Jahrhunderts notwendig.

Der Organismus – bzw. seine einzelnen Bestandteile – können nur dann richtig arbeiten/funktionieren, wenn die Umgebung stimmt, also gewisse Rahmenbedingungen erfüllt werden.

Im Laufe der Entwicklungsgeschichte des Menschen sind zwar zahlreiche Sperrmechanismen gegen den Einfluss der Umwelt entstanden, doch eine totale Abschirmung des Körperinneren können sie nicht erreichen, was zusätzliche Regulationsmechanismen erforderlich macht. Zudem können im Körper selbst Wärme oder Stoffe entstehen, die entfernt bzw. abgebaut werden müssen.

Leben braucht Energie. – Diese Energie entsteht im Körper durch die Verbrennung von Nährstoffen durch den Stoffwechsel in den Zellen. Da allerdings nicht immer dieselbe Menge an Energie benötigt wird und zudem unterschiedliche Ausgangsstoffe vorliegen können, ist es erforderlich, dass Teile des Stoffwechsels jederzeit eingeschaltet oder ausgeschaltet werden können. – Diese Aufgabe wird von Regelkreisen wahrgenommen, die aus zahlreichen Punkten zur Messung bestehen und entsprechend der jeweiligen Lage Signale an die Organe leiten, entweder zu arbeiten oder die Arbeit einzustellen.

Bei einer Temperatur von etwa 36 bis 37 Grad Celsius kann der Stoffwechsel innerhalb einer Zelle optimal ablaufen. Steigt die Temperatur beispielsweise durch körperliche Betätigung darüber hinaus, muss die überschüssige Wärme abgeführt werden. Kommt es zu einer Auskühlung des Körpers, wenn die Außentemperatur niedriger ist als die Innentemperatur, ist eine zusätzliche Aufheizung des Körpers erforderlich. – Dabei dienen organische Substanzen (Fette, Eiweiß, Zucker) wie bei einer Zentralheizung im Haus als Brennstoffe, die durch den Stoffwechsel verbrannt werden. „Thermostate“ im Körper sorgen dafür, dass die „Heizung wieder abgeschaltet“ wird, wenn der Körper die ideale Temperatur erreicht hat.

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