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Fette und Lipide in unserer Ernährung

Fette – mehr als unnütze Kalorien

Fett macht fett, hieß es lange. Und immer noch haben Fette ihr schlechtes Image weg. Dabei können sie viel mehr, als nur Kalorien liefern. Ohne Fette kann unser Körper nicht überleben. Sinkt unser Körperfettanteil unter eine bestimmte Marke, werden wir sogar krank. Zeit also, diesen Makronährstoff einmal genauer zu betrachten. Lernen Sie mit uns die Nahrungsfette jetzt in ihrer ganzen Vielfalt kennen!

 

Entdecken Sie jetzt viele spannende Fakten über diese Nährstoffgruppe!

Der Aufbau von Fetten

Schematischer Aufbau eines Triglycerids

Schematische Darstellung des Aufbaus eines Triglycerids

Fette bestehen aus dem Alkohol Glycerin und einer, zwei oder drei Fettsäuren. Bei den Nahrungsfetten machen die Fette aus Glycerin und drei Fettsäuren etwa 90% aus. Diese werden daher auch Triglyceride oder Triacylglycerine genannt. Der Rest besteht aus Fetten, die aus Glycerin und einer oder zwei Fettsäuren aufgebaut sind.
Grundsätzlich bestehen alle Fette aus den Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O).

Die Unterscheidung von Fetten zu Ölen geschieht anhand ihres Aggregatszustandes bei Raumtemperatur: Öle sind dann flüssig, Fette fest. Ob ein Fett bei Raumtemperatur fest oder flüssig ist, richtet sich nach seiner Zusammensetzung. Fette sind in aller Regel Stoffgemische und haben daher auch keinen festen Schmelzpunkt, sondern einen Schmelzbereich. Je mehr gesättigte Fettsäuren ein Fett enthält und je länger die Kette der C-Atome ist, umso höher ist auch sein Schmelzbereich. Daher sind pflanzliche Fette meist flüssig und damit Öle. Sie enthalten einen höheren Anteil einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren. Diese Eigenschaft ergibt sich aus dem Knick, den eine Doppelbindung im Fettsäuremolekül verursacht. Die Van-der-Waals-Kräfte werden dadurch abgeschwächt und der Zusammenhalt lockerer. Ein ungesättigtes Fettsäuremolekül braucht also mehr Platz als ein gesättigtes.
Fette und Öle zählen beide zu den Lipiden. Zu diesen werden auch weitere wichtige Stoffe gerechnet, nämlich:

  • Glycolipide
  • Isoprenoide (z.B. Steroide, Carotinoide)
  • Sphingolipide
  • Phospholipide

Eine weitere bedeutende Gruppe bilden die Lipoproteine. Sie werden aus Fetten gebildet, um die sich spezielle Proteine gelagert haben.

Fette an sich besitzen in der Regel keinen oder kaum Eigengeschmack oder -geruch. Intensiv riechende Fette warnen uns meist vor verdorbenem Essen. Der Geruch geht von kurzkettigen Fettsäuren aus, die freigesetzt wurden. Wohl jeder Schüler durfte im Chemieunterricht einmal an Buttersäure schnuppern, die für ihren unangenehmen Geruch bekannt ist. Auch Hydroxy- und Keto-Fettsäuren gehören zu den freien Fettsäuren, die für den menschlichen Körper giftig sind.
Löslich sind Fette in lipophilen Substanzen wie Ether oder Alkohol.

Fettsäuren

Die chemischen Struktur von Buttersäure (rot die Carboxylgruppe)

Die chemischen Struktur von Buttersäure (rot die Carboxylgruppe)

Fettsäuren sind meist unverzweigte, aliphatische Monocarbonsäuren mit einer geraden Anzahl an Kohlenstoffatomen.  Sie besitzen eine Carboxylgruppe (–COOH) und bilden Ketten mit 4 bis 26 C-Atomen. Die einzelnen Fettsäuremoleküle bilden jedoch im Gegensatz zu Kohlenhydraten und Proteinen keine Ketten. Sie binden sich lediglich an das Glycerin und bilden so ein Fettmolekül.
Die Fettsäuren werden chemisch unterschieden in:

  • niedere Fettsäuren (bis 7 C-Atome)
  • mittlere Fettsäuren (8 bis 12 C-Atome)
  • höhere Fettsäuren (ab 13 C-Atome)

In der Ernährung werden Fettsäuren in essenzielle, semi-essenzielle und nicht-essenzielle Fettsäuren unterschieden.  Essenziell sind ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann, aber benötigt. Für den Menschen sind essenzielle Fettsäuren:

  • Linolsäure
  • Alpha-Linolensäure

Den semi-essenziellen Fettsäuren zugerechnet werden:

  • Arachidonsäure
  • Eicosapentaensäure
  • Gamma-Linolensäure

Gesättigte Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren sind zumeist tierischen Ursprungs. Gesättigt bedeutet in diesem Fall, dass alle freien Bindungsstellen der C-Atome mit H-Atomen besetzt sind. Jedes Kohlenstoffatom hat also 2 Wasserstoffatome. Diese Art der Fettsäuren ist nicht essenziell. Gesundheitlich sind sie für den Menschen vor allem deshalb von Bedeutung, da sie den LDL-Wert des Cholesterins – also des schädlichen Cholesterins – im Blut erhöhen kann.

Tierische Fett enthalten oft einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren

Tierische Fette enthalten oft einen hohen Anteil gesättigter Fettsäuren

Zu den gesättigten Fettsäuren gehören:

  • Arachinsäure
  • Behensäure
  • Buttersäure
  • Caprinsäure
  • Capronsäure
  • Caprylsäure
  • Laurinsäure
  • Lignocerinsäure
  • Margarinsäure
  • Myristinsäure
  • Palmitinsäure
  • Pelargonsäure
  • Pentadecansäure
  • Stearinsäure
  • Tridecansäure

Ungesättigte Fettsäuren

Als ungesättigte Fettsäuren werden die Fettsäuren bezeichnet, die mindesten eine Doppelbindung zwischen zwei C-Atomen aufweisen. Bei einer Doppelbindung spricht man von einfach ungesättigten Fettsäuren. Liegen zwei oder mehr Doppelbindungen vor, handelt es sich dagegen um mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Die Doppelbindungen werden im Molekül dabei durch eine Methylengruppe (CH2) getrennt. Liegen diese Bindungen noch näher beieinander, spricht man von konjugierten Fettsäuren. Diese kommen praktisch nur in tierischen Fetten vor, da sie von Bakterien im Pansen von Widerkäuern gebildet werden.

Pflanzliche Fette enthalten oft einen hohen Anteil einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren

Pflanzliche Fette enthalten oft einen hohen Anteil einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren

Besonders bekannt geworden sind die Omega-n-Fettsäuren, vor allem die Omega-3- und die Omega-6-Fettsäuren. Sie haben ihren Namen von der Lage (ersten) Doppelbindung im Molekül. In der Regel gilt die Carboxylgruppe der Fettsäure als der Anfang des Moleküls. Omega bezeichnet von hier aus gesehen das Ende des Moleküls. Die Zahl zeigt an, an welchem C-Atom vom Molekülende aus die (erste) Doppelbindung liegt. Bei einer Omega-3-Fettsäure müssten Sie also 3 C-Atome von hinten nach vorn zählen. Neben den beiden bekannten Gruppen werden auch noch Omega-9-Fettsäuren unterschieden.

Ungesättigte Fettsäuren wirken sich positiv auf den Spiegel es „guten“ HDL-Cholesterins aus und senken gleichzeitig den des LDL-Cholsterins. Sie verschieben als das Verhältnis dieser Cholesterinarten. Gleichzeitig machen ungesättigte Fettsäuren Öle verderblicher. Je mehr und je höher ungesättigte Fettsäuren ein Öl enthält, umso eher wird es ranzig.

Zu den einfach ungesättigten Fettsäuren zählen:

  • Cetoleinsäure
  • Elaidinsäure
  • Erucasäure
  • Icosensäure
  • Myristoleinsäure
  • Nervonsäure
  • Ölsäure
  • Palmitoleinsäure
  • Petroselinsäure
  • Vaccensäure

Zu den mehrfach ungesättigen Fettsäuren werden unter anderem diese gerechnet:

  • Archidonsäure
  • Cervonsäure (Docosahexaensäure DHA)
  • Clupanodonsäure
  • Linolensäure
  • Linolsäure
  • Punicinsäure
  • Timnodonsäure (Eicosapentaensäure, EPA)

Transfettsäuren

Durch ihre vermutete negative Wirkung auf die Gesundheit in Verruf gekommen sind die Trans-Fettsäuren. Sie entstehen zu einem kleinen Teil natürlich als konjugierte Fettsäuren im Widerkäuerpansen. Einen Großteil der Trans-Fettsäuren entstammt jedoch industriell gehärteten Fetten. In der Fetthärtung wird die abgewinkelte cis-Form ungesättigter Fettsäuren in eine langgesteckte trans-Form überführt. So braucht das Molekül weniger Platz und die Van-der-Waals-Kräfte wirken stärker. In der Folge wird aus einem Öl ein festes Fett. Neben der industriellen Härtung ist das Erhitzen beim Braten, Kochen oder Backen eine weitere Quelle für Trans-Fettsäuren. Bei einer Wärmezufuhr ab etwa 130°C gehen einige ungesättigte Fettsäuren ebenfalls von der cis- in die trans-Form über.
Transfette wirken ähnlich wie gesättigte Fette auf den Cholesterinspiegel. Sie erhöhen also das LDL-Cholesterin und senken das gesündere HDL-Cholesterin. Daher werden sie für die weit verbreiteten Gefäß- und koronaren Herzkrankheiten der westlichen Gesellschaften mit verantwortlich gemacht.

 Cholesterin

Cholesterin – oder Cholesterol – ist ein sogenannter polycyclischer Alkohol. Seine Atome sind also in Ringen angeordnet. Dieser körpereigene Stoff gehört zwar ebenfalls zu den Lipiden, ist aber kein Fett, sondern gehört zu den Steroiden. Für den Menschen ist es lebenswichtig, jedoch kann unser Körper etwa 90% seines Bedarfs durch Synthese aus anderen Stoffen decken.

Rollen der Fette im Körper

Fett erfüllt im Körper verschiedene Funktionen. Am bekanntesten – und oft ungeliebt – ist seine Funktion als Energielieferant und Energiespeicher.  Ganze 39 kJ bzw. 9 kcal pro liefert uns jedes Gramm Fett. Ähnlich viel speichert es auch in den körpereigenen Depotfetten, wenn die aufgenommene Energie aus Fetten nicht gleich verbraucht wird. Damit ist es unser wichtigster Energiespeicher. Haben wir zu viel davon, wird es entsprechend schwer, den überflüssigen Speicher zu reduzieren. Immerhin müssen wir ein Minus von ca. 7000 kcal erwirtschaften, um ein Kilogramm Körperfett loszuwerden. Dass die Zahl nicht mit 1000 g reinem Nahrungsfett übereinstimmt, liegt am physiologischen Brennwert unseres Depotfetts. Dieser ist niedriger als der der Nahrungsfette.

Unser Unterhautfettgewebe schützt uns vor Kälte

Unser Unterhautfettgewebe schützt uns vor Kälte

Warum wir es trotzdem so gern mögen, liegt an einer anderen Funktion von Fetten und Ölen. Selbst meist mehr oder minder geschmacksneutral sind sie doch hervorragende Geschmacksträger. Gleichzeitig verlängert es auch das Sättigungsgefühl.

Fette und Öle sind wichtige Träger von Vitaminen. Ohne sie kann der Körper die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K nicht aufnehmen.

Fettpolster haben im Körper aber nicht nur eine Speicherfunktion. Diese sogenannten Strukturfette üben mitunter auch eine Schutzfunktion aus. Sie umgeben Organe wie Gehirn, Leber und Nieren mit einer schützenden Schicht, die mechanische Einwirkungen auf die Organe dämpft. So können diese Fettpolster Verletzungen der empfindlichen und lebenswichtigen Organe verhindern. Ebenso finden sich Fettpolster als Dämpfer unter der Fußsohle, am Kniegelenk und über dem Schambeinknochen. Diese Fette machen etwa 5 kg unseres Körpergewichts aus.

Eine weitere wichtige Schutzfunktion ist die Isolierung des Körpers gegen Kälte, denn Fett ist ein schlechter Wärmeleiter. Die in der Haut eingelagerte Fettschicht schützt die tieferen Körperschichten vor dem Auskühlen. Das sogenannte subkutane Fett macht etwa 65% des gesamten Körperfettes aus.

Fett kann auch Baustoffe liefern. Daher ist eine zu starke Reduktion des Körperfettanteils ungesund.  Fette oder ihre Bestandteile sind nämlich auch am Aufbau der Zellmembranen beteiligt. Als Doppellipidschicht bauen sie zusammen mit den Proteinen die Grundstruktur der Zellwand auf.

Zudem spielen Fettsäuren eine wesentliche Rolle bei der Regulation des Fettstoffwechsels, des Cholesterinspiegels und bei verschiedenen Stoffwechselvorgängen. So bildet es die Grundlage für diverse Botenstoffe, die vor allem eine entzündungshemmende oder entzündungsfördernde Wirkung entfalten (-> Prostaglandine). Auch für Leukotriene und Thromboxane, eine mit den Prostaglandinen verwandte Gruppe der Gewebshormone, bildet Fett den Grundbaustoff. Letztere wirken vor allem bei der Regulierung des Blutdruck und beim Verklumpen der Blutplättchen mit. Auch die menschlichen Sexualhormone werden unter anderem aus Baustoffen synthetisiert, die uns die Fette liefern.

 

Verdauung der Fette

Zur der Fettverdauung benötigt der Körper weniger Energie als bei Kohlenhydraten

Zur der Fettverdauung benötigt der Körper weniger Energie als bei Kohlenhydraten

Streng genommen beginnt die Fettverdauung der langkettigen Fette (LCT, mehr als 12 C-Atome) schon im Mund. Hier wird die Zungengrundlipase abgesondert. Aktiviert wird sie jedoch erst mit der Säure des Magens. Sie spaltet hier vor allem kurzkettige Fettsäuren von den Triglyceriden ab. Im Magen wird der Speisebrei durch dessen Bewegungen mit der Magenlipase aus den Haupt- und Nebenzellen vermischt. Hier beginnt auch die Verdauung mittelkettiger Fette (MCT, 6 bis 12 C-Atome). Sie werden von der Magenlipase gespalten. Ein Gemisch aus noch ungespaltenen mittel- und langkettigen Fetten, Glycerin und kurz- und mittelkettigen Fettsäuren wandert weiter in den Zwölffingerdarm.
Hier trifft der Nahrungsbrei auf die Gallenflüssigkeit mit den Gallensalzen. Sie emulgiert die Fette und bietet den Enzymen wie der Pankreaslipase aus der Bauchspeicheldrüse so eine größere Angriffsfläche für die Spaltung der Moleküle. Abgespalten werden von Triacylglycerinen vor allem die 1. und die 3. Fettsäure, sodass ein Gemisch aus freien Fettsäuren, Glycerin und Monoacylglycerinen entsteht.
Aus diesem Gemisch bilden sich unter dem Einfluss der Gallenflüssigkeit Mizellen. Hier lagern sich jetzt neben den Fettbestandteilen auch Phospholipide, fettlösliche Vitamine und Cholesterol an. Diese „Pakete“ werden in die Dünndarmwand aufgenommen. Hier werden die Fettbestandteile wieder zu Fetten umgebaut und gelangen mit ihrer Begleitfracht an Proteine gebunden über die Lymphe ins Blut. Diese Lipoproteine, sogenannte Chylomikrone (für langkettige Fettsäuren) und Albumine (für kurzkettige Fettsäuren), machen den Transport der wasserunlöslichen Fette im Blut möglich. Dieses verteilt die Fette dann an ihre Bestimmungsorte im Körper. Das können die körpereigenen Fettdepots zwecks Speicherung sein. Doch auch die Muskulatur bedient sich direkt an Fetten zur Energiegewinnung oder lagert sie in begrenztem Maß für einen späteren Bedarf ein. Ein Teil der Fette wandert über die Pfortader weiter in die Leber. Hier wird aus ihnen durch Oxidation Energie gewonnen. Langkettige Fettsäuren brauchen dabei das Carnitin als Transportmolekül, um in die Mitochondrien zu gelangen. MCT-Fette dagegen treten auch ohne Transportmolekül in die Mitochondrien über.

 

Wie hoch ist mein Fettbedarf?

Wer intensiv Sport treibt, hat einen erhöhten Fettbedarf

Wer intensiv Sport treibt, hat einen erhöhten Fettbedarf

Wie bereits festgestellt brauchen wir Fette aus unserer Nahrung. Eine Reduktion auf oder nahe Null ist also nicht gesund. Zu viel sollte es aber auch nicht sein. Etwa 25 bis 30% der aufgenommenen Gesamtenergie am Tag sollte laut der deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) aus Fetten stammen. Wer körperlich Schwer- oder Schwerstarbeit verrichtet, kann diesen Richtwert auch um 5 bis 10% überschreiten. Dazu gehören unter anderem Leistungssportler. Auch Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche haben einen erhöhten Fettbedarf. Wesentlich unterschreiten sollten Sie den Richtwert dauerhaft aber dann auch nicht, selbst wenn Sie nur einen normalen Fettbedarf haben.

Auch das Verhältnis der aufgenommenen Fette ist wichtig. Maximal 10% sollte aus gesättigten Fettsäuren bestehen. Transfettäuren sollten Sie sogar auf nur 1% begrenzen. Weitere 10 bis 13% sollten auf einfach ungesättigte Fettsäuren entfallen. Den Rest machen im Idealfall mehrfach ungesättigte Fette aus.
Positiv für das Herz-Kreislaufsystem wirkt sich ein Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren von maximal 5:1 aus. Da unser Körper sie nicht selbst herstellen kann, ist eine ausreichende Zufuhr von Linolsäure und Alpha-Linolensäure besonders wichtig. Pro Tag sollten es bei der Linolsäure etwa 2,5% der Gesamtenergiemenge sein, bei der Alpha-Linolensäure ca. 0,5%.

 

Fettmangel – Fettüberschuss

Die Folgen von Fettüberschuss sind heute reichhaltig bekannt. Wer auf Dauer zu fett isst, nimmt meist zu und sieht sich damit mit den Begleiterscheinungen von fettreicher Ernährung und Übergewicht konfrontiert. Dazu gehören:

  • erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen (z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose), Erkrankungen der Gallenblase (z.B. Gallensteine), Gicht, Diabetes, etc.
  • Schäden und Verschleißerscheinungen am Halte- und Bewegungsapparat durch das erhöhte Gewicht
  • Hautveränderungen wie Ekzeme und Entzündungen in Hautfalten
  • allgemein verminderte physische Leistungsfähigkeit
  • Libido- und Potenzstörungen
  • psychische Probleme

Weniger bekannt sind Mangelerscheinungen bei einer ungenügenden Zufuhr essenzieller Fette.  Eine Unterversorgung mit essenziellen Fetten etwa durch radikal fettreduzierte Diäten und einseitige Ernährung kann unter anderem diese Mangelerscheinungen zutage fördern:

  • Hauterkrankungen (Trockenheit, Schuppen, Ekzeme)
  • Sehstörungen, Entzündungen und Trockenheit des Auges
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • vermehrte Entzündungsreaktionen
  • gestörte Wundheilung
  • Blutarmut und Blässe
  • Muskelschwäche
  • Wachstumsverzögerungen, Lern-, Konzentrations- und Verhaltensstörungen bei Kindern und Jugendlichen
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und Leistungseinbußen
  • Depressionen und Alterssenilität
  • Vitaminmangel der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K und deren Folgeerscheinungen

Mangelerscheinungen sind auch für Sportler mit exzessiven Fettreduktionszielen und bei Essstörungen ein Thema. Bei Frauen sollte der Körperfettanteil nicht unter 16 bis 18% fallen. Bis etwa 25% befinden sich Frauen je nach Alter und Statur im Normalbereich. Ein Fettanteil von über 30% gilt als erhöht und ist mit den oben benannten Risiken verbunden.
Männer haben von Natur aus etwas weniger Körperfett. So gelten 8 bis 13% als untere Grenze. Der Normalbereich geht bis etwa 20%. Als erhöht gilt der Körperfettanteil von Männern ab etwa 25%.
Diese Zahlen stellen den Rahmen für einen natürlichen, gesunden Körperfettanteil dar. Als lebensnotwendig werden für Frauen 10 bis 13% angesehen, für Männer 3 bis 5%. Wer sich an diese Grenzen herantastet und sie auch erreicht, entzieht seinem Körper neben den letzten Depotfetten auch wichtige Bau- und Strukturfette. Das kann sich auf die allgemeine Gesundheit wie auch auf die Fruchtbarkeit auswirken.

 

Fette in der Nahrung – Fettreiche Lebensmittel

Fette und Öle

Pflanzliche Öle sind gesund

Fettreich zu essen, ist in unserer westlichen Gesellschaft keine Kunst. Aber sind es auch die richtigen Fette? Die meisten verarbeiteten Lebensmittel enthalten einen vergleichsweise hohen Anteil an gesättigten und/ oder Transfetten. Da lohnt ein genauerer Blick darauf, welche Nahrungsmittel gute oder auch weniger gute Fette enthalten.

Sparsam sein sollten Sie vor allem mit tierischen Fetten. Schweinespeck, die meisten Wurstsorten, Gänseschmalz, aber auch andere tierische Fette wie etwa die Haut von Hühnchen oder Ente mögen zwar lecker sein, ihre Fette sind jedoch hauptsächlich gesättigt und haben daher keinen besonders hohen Wert für unsere Gesundheit.
Auch Milchprodukte enthalten einen hohen Anteil gesättigter Fette, aber auch einfach ungesättigte Fettsäuren. Viel diskutiert wird hier über Heumilch. Sie enthält deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren und konjugierte Linolsäure (CLA).
Unbestritten gesund trotz eines hohen Fettgehaltes ist fetter Seefisch. Lachs, Hering, Makrele, Sardelle und Co. glänzen mit einem hohen Gehalt ungesättigter Fette, darunter die wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Werden Süßwasserfische nicht mit Fischmehl aus Seefischen aufgezogen, ist der Omega-3-Gehalt ihres Fettes deutlich geringer als der ihrer Verwandten aus dem Meer.

Mit einem reichhaltigen Angebot gesunder Fette mit einem hohen Anteil einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren wartet das Pflanzenreich auf. Dazu gehören:

  • Avocado
  • Oliven
  • Sojabohnen
  • Mandeln
  • Cashewkerne
  • Paranüsse
  • Haselnüsse
  • Walnüsse
  • Erdnüsse
  • Macadamia
  • Kürbiskerne
  • Sonnenblumenkerne
  • Pistazien
  • Pinienkerne

Auch Speiseöle tragen wesentlich zu unserer Versorgung mit ungesättigten Fetten bei. Da die verschiedenen Öle eine ganz unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen, sollten Sie in der Küche auf ein ganzes Potpourri statt nur auf ein einzelnes Öl zurückgreifen. Achten Sie dabei auch darauf, welche Öle erhitzt werden dürfen und welche nicht. Zu den Pflanzenölen für die Küche gehören:

  • Maiskeimöl
  • Traubenkernöl
  • Distelöl
  • Sonnenblumenöl
  • Arganöl
  • Hanföl
  • Macadamiaöl
  • Sesamöl
  • Rapsöl
  • Leinöl
  • Olivenöl

Eher exotisch in der Küche muten einige andere Öle an, die aber durchaus gesund sind:

  • Aprikosenkernöl
  • Borretschöl
  • Bucheckernöl
  • Hagebuttenkernöl (Wildrosenöl)
  • Mohnöl
  • Nachtkerzenöl
  • Schwarzkümmelöl

Doch auch bei pflanzlichen Ölen gibt es Ausnahmen. Kokosfett etwa besteht zum überwiegenden Teil aus gesättigten Fetten. Aber auch Palmfett setzt sich zu etwa der Hälfte aus gesättigten Fettsäuren zusammen.

Zum Abschluss noch ein kurzer Blick auf die „versteckten Fette“. So manchem Lebensmittel oder Fertiggericht sieht man nämlich nicht an, wie viel Fett es wirklich enthält. Des Deutschen liebstes Fastfood-Kind, die Pommes, enthalten etwa 15 g Fett pro 100g. Auch Wurst, Chips und Fertiggerichte sowie Schokolade, Eis, Tiramisu und ähnliche Süßigkeiten schlagen beim Fettgehalt deutlich zu Buche. Werfen Sie also ruhig ab und zu mal einen Blick auf die Nährwertangaben, um Ihren Fettkonsum im Blick zu behalten.

 

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