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Was ist eigentlich … Botox?

Stars und Sternchen wie Madonna, Elle Macpherson, Linda Evangelista und Nicole Kidman greifen mehr oder weniger heimlich zur Faltenbremse Botox.  Auch prominente Männer wie Wolfgang Joop schwören auf Botox. Es soll Falten und Fältchen wirkungsvoll den Kampf ansagen, schwärmen die Einen. Es macht ausdruckslos, monieren die Anderen. Doch was ist das eigentlich, dieses Botox? Und woher stammt es?

 

Botulinumtoxin – Ein Nervengift

Was ist Botox?Ja, Botox ist ein Gift – sogar eines der stärksten Gifte, die von Lebewesen bekannt sind. Nur zwei Kilogramm davon könnten die gesamte Menschheit auslöschen. Der Name ist die Kurzform von Botulinumtoxin, das auch als Botulin, Botulismustoxin oder Botulinum-Neurotoxin bekannt ist. Der Begriff „Neurotoxin“ lässt schon den Wirkansatz dieses Giftes erahnen: Es ist ein Nervengift. Hergestellt wird es von einem Bakterium namens Clostridium botulinum, von dem es auch seinen Namen erhielt. Das Bakterium ist unser täglicher Begleiter, da es vor allem im Boden vorkommt. Gefährlich wird es mit seinem Gift erst, wenn es Lebensmittel befällt. Dann kann es zu schweren Lebensmittelvergiftungen führen. Botulismus wird eine solche Vergiftung nach dem Namen des Bakteriums genannt. Vor allem mit Wurst und Fleischkonserven wurde es früher in Verbindung gebracht. Daher wurde das Bakterium auch botulinum genannt, was sich vom lateinischen „botulus“ für Wurst herleitet. Jedoch bieten alle sauerstoffarmen Milieus, also auch Gemüsekonserven und vakuumverpackte Lebensmittel, einen optimalen Nährboden für das Clostridium.
Eine Vergiftung zieht Lähmungen im Kopfbereich nach sich. In schweren Fällen kann sie aber auch absteigen und zur Lähmung der inneren Organe bis hin zum Herz- und Atemstillstand führen.
Als Nervengift blockiert es die Erregungsübertragung aus dem Nervensystem an die Muskeln. Die Muskelkontraktion ist nach einer Giftaufnahme je nach Giftdosis schwächer oder bleibt sogar ganz aus. Auch eine Störung des vegetativen Nervensystems kann die Folge sein. Diesen Lähmungseffekt macht sich sowohl die Schönheitsindustrie wie auch die Medizin zunutze.

 

Botox – Ein Gift macht Karriere

Der Siegeszug von Botox beginnt Ende der 1970er Jahre in der Augenarztpraxis des Kaliforniers Alan Scott. Der verwandte als Erster das Gift für eine medizinische Behandlung, um mit winzigen Mengen davon gegen Schielen vorzugehen. Später nutzte er es, um verkrampfte Muskeln im Lidbereich zu lösen. Durch seine sensationellen Erfolge verbreitete sich die Anwendung des Giftes im medizinischen Bereich in den 80er Jahren rasant. Doch seinen eigentlichen Erfolg feiert Botox im Beauty-Business.
Wer die Haut an bestimmten Stellen nicht in Falten legen kann, bekommt auch keine. Das war und ist das einfache Wirkprinzip von Botox. Um etwa beim Lachen Fältchen um die Augen zu bekommen, legen die kleinen Muskeln um das Auge die Haut viele Male in Falten, bevor eine dauerhaft sichtbare Hautlinie – die Falte – entsteht. Durch Botox werden genau diese Muskelfasern ausgeschaltet und die Falten bleiben aus. Der Effekt ist deutlich und so verbreitete sich Botox als Schönheitsbehandlung wie ein Lauffeuer. Immer neue Angebote schossen wie die Pilze aus dem Boden. Schnell war die Botox-Behandlung nicht mehr nur auf Schönheitskliniken beschränkt. Die verschiedensten Ärzte boten den Faltenkiller an – mit einem Knowhow, das oft sehr kurzfristig erworben wurde und deshalb auch Kritiker auf den Plan rief. Der Trend blieb jedoch ungebrochen. Botox-Flatrates, Botox-Partys und sogar Läden für „Botox to go“ spülten in den Markt, der bis heute floriert. Weltweit werden mit dem Gift Milliarden umgesetzt und ein Ende der Botox-Welle ist noch nicht abzusehen.

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