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Blitzdiäten – 4 Fakten, die Sie wissen sollten

Es wird Frühling, die Temperaturen steigen und die Klamotten werden wieder dünner und kürzer. Jetzt lässt sich der Winterspeck nicht mehr so leicht verstecken. Höchste Zeit also, etwas dagegen zu tun! Blitzdiäten, die mitunter 10kg Gewichtsverlust und mehr innerhalb einer Woche versprechen, haben jetzt wieder Hochkonjunktur. Doch wie ist es um die Effektivität und die Nachhaltigkeit dieser kleinen Wunderwaffen für die Sommerfigur wirklich bestellt? Wir haben die Diäten, wie man sie in „Bild der Frau“, „Brigitte“, „Joy“ und Co. findet, mal genauer unter die Lupe genommen und für Sie ein kritisches Fazit gezogen.

 

1. Was ist eigentlich eine Blitzdiät?

Mögliches Ergebnis einer Blitzdiät

Mögliches Ergebnis einer Blitzdiät

Als Blitzdiäten oder auch Crash-Diäten werden solche Diäten bezeichnet, die einen Gewichtsverlust von 0,5 bis 1,0kg pro Tag versprechen. Davon gibt es eine ganze Menge und jedes Jahr erfinden vor allem Frauenzeitschriften und verschiedene Internetportale neue „Patentlösungen“ für die schnelle Traumfigur. In der Regel laufen Blitzdiäten über einen Zeitraum von 7 bis 10 Tagen. Das Funktionsprinzip der Wunderkuren ist denkbar einfach: Kalorien runter = Gewicht runter. Die simple Gleichung und die Vorfreude auf schnelle Resultate hat Blitzdiäten beliebt gemacht. Besonders, wenn nur ein paar Pfund runter sollen, versuchen es viele Abnehmwillige auch mal mit einer solchen Diät.

Doch was darf man bei so einer Blitzdiät eigentlich essen? Das ist höchst unterschiedlich. Die eine Schnellkur schwört auf Brühe und Gemüse, die nächste auf Ananas, die übernächste auf Reis oder Kartoffeln. Hauptsache die Kalorienbilanz stimmt. Wer also eine solche Wunderkur testen möchte, hat die Qual der Wahl und kann sich zumindest ein Stück weit noch raussuchen, was ihm oder ihr schmeckt.

 

2. Blitzdiäten funktionieren …

… nicht – oder zumindest nicht so, wie man es gern hätte. Es ist gemein, aber leider wahr. Blitzdiäten können das Versprechen, das sie unterschwellig geben, gar nicht halten. Natürlich soll die Diät zum Fettkiller werden und das Hüftgold schmelzen lassen. Aber wenn mit einer solchen Blitzdiät 10kg verschwinden, sind dann auch wirklich 10kg Fett weg? Rechnen wir doch einfach mal nach: Ein Kilo Fett speichert 9000kcal. Je nach Alter und Aktivitätslevel verbrauchen Frauen täglich im Schnitt zwischen 1800 und 2500kcal, Männer zwischen 2300 und 3100kcal. Eine Stunde Sport frisst bei Frauen beispielsweise:

Bei Männern gestaltet sich der Kalorienverbrauch pro Stunde geringfügig höher:

  • Step Aerobic ca. 550 bis 650kcal
  • Walking ca. 400 bis 470kcal
  • Krafttraining oder Bodybuilding ca. 400 bis 500kcal.

Um abzunehmen, muss man aber ein Kaloriendefizit erwirtschaften. Nur so greift der Körper die Fettreserven an. Das hieße also, man müßte rein rechnerisch 9000kcal am Tag als Defizit haben, damit die Blitzdiät funktioniert, wie sie soll. Man muss allerdings kein Mathegenie sein, um sich ausrechnen zu können, dass solch ein Kaloriendefizit einfach nicht machbar ist. Und aus diesem simplen Grund können Blitzdiäten kein Kilo Fett am Tag verschwinden lassen. Selbst ein Pfund wird – gerade für Frauen – schon extrem schwer.

 

3. Was man bei einer Blitzdiät wirklich abnimmt

Natürlich nimmt man während einer schnellen Abnehmkur auch Fett ab. Wie wir gesehen haben, kann aber nicht der gesamte Gewichtsverlust am Verlust von Körperfett liegen. Aber was verschwindet  da denn noch? Denn auf der Waage zeigen sich bei dem/der Einen oder Anderen die gewünschten Erfolge.

Blitzdiäten favorisieren meist eine leichte, oft auch salzarme Küche und kleine Portionen, dazu soll man viel trinken. Wer leichter und salzarm isst und viel trinkt, entwässert aber auch den Körper. Das Wasser, das sich im Gewebe angesammelt hat, wird nun ausgeschwemmt. Hierdurch können sogar Erfolge von über einem Kilo pro Tag erreicht werden. Auch den Verdauungstrakt vergessen viele. Im Darm tragen wir im Schnitt zwischen 3 und 8kg Nahrungsbrei mit uns herum. Auch diese Menge reduziert sich während einer Blitzdiät und damit auch das Gewicht. Wer während einer solchen flotten Abnehmkur keinen Sport treibt, verliert zudem auch noch Muskulatur. Und die wiegt bekanntlich mehr als Fett.

Es verschwindet also neben den anvisierten Pölsterchen also noch eine ganze Menge anderer Dinge. Nur so werden die Erfolge auf der Waage in so kurzer Zeit möglich.

 

4. Die Blitzdiät und der Jojo-Effekt

Blitzdiäten und der Jojo-Effekt sind die besten Freunde. Schnell runter heißt im Falle der Blitzdiät meist auch schnell wieder rauf. Eine Faustregel beim Abnehmen besagt, dass man nicht mehr als 500kcal täglich im Minus sein sollte. Andernfalls schaltet der Körper auf Notversorgung um und hält jede Kalorie fest, um sie einzulagern. Gerade Blitzdiäten schöpfen aber ihren Erfolg aus einem hohen Kaloriendefizit, das deutlich über 500kcal liegt. Der Magen knurrt und der Körper hungert. Dadurch wirft letzterer das Notfallsprogramm an.

Isst man also nach der Diät wieder normal, geht das Gewicht schneller hoch, als einem lieb ist. Das liegt zum einen an den Kalorien, die der Körper in die Fettdepots einlagert. Zum anderen liegt es aber auch daran, dass sich mit der alten Ernährungsweise auch das verlorene Wasser wieder ins Gewebe zieht und auch der Darm wieder mehr mit sich herumträgt. So schnell, wie der Erfolg da war, kann er also auch wieder verschwunden sein. Meist nimmt man nach einer Blitzdiät sogar mehr Fett zu, als man dadurch verloren hat. Wer dann wieder und wieder zu Crash-Diäten greift, um die Pfunde wieder loszuwerden, landet in einem Teufelskreis, der das Gewicht im schlimmsten Fall mit jeder Diät ein Stück weiter nach oben treibt – Jojo-Effekt sei „Dank“.

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